Definition: Was macht eine Magnetbohrmaschine besonders?
Eine Magnetbohrmaschine (auch: Magnetkernbohrmaschine oder Magnet-Bohrständer) ist ein tragbares Bohrgerät, das sich mit einem leistungsstarken Elektromagneten an ferromagnetischen Oberflächen (Stahl, Eisen) festhält. Dadurch können Sie präzise Löcher in Stahlträger, Bleche und Konstruktionen bohren — senkrecht, waagerecht und sogar über Kopf.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Standbohrmaschine kommt die Magnetbohrmaschine zum Werkstück — nicht umgekehrt. Das macht sie unverzichtbar im Stahlbau, Schiffbau, bei der Montage und überall dort, wo große Stahlteile nicht in eine Werkstatt transportiert werden können.
Wie funktioniert eine Magnetbohrmaschine?
Der Elektromagnet in der Basis erzeugt je nach Modell zwischen 9.000 und 17.000 Newton Haltekraft. Eine Doppelspule sorgt dafür, dass die Maschine auch bei Stromausfall nicht sofort abfällt. Über eine lineare Führungsschiene wird der Motor mit dem eingespannten Kernbohrer per Handvorschub zum Werkstück geführt.
Der Kernbohrer — das Herzstück
Magnetbohrmaschinen arbeiten typischerweise mit Kernbohrern (Lochsägen für Metall). Diese schneiden ringförmig in das Material und hinterlassen einen Bohrkern. Gegenüber Spiralbohrern ist das 3–4× schneller und benötigt weniger Energie, da nicht das gesamte Material zerspant wird.
Aufbau einer Magnetbohrmaschine
| Bauteil | Funktion |
|---|---|
| Magnetfuß | Elektromagnet mit Doppelspule für sichere Haftung auf Stahl |
| Führungsschiene | Lineare Führung für präzisen, spielfreien Vorschub |
| Bohrmotor | 800–2.300 Watt, mit variabler Drehzahl und Sanftanlauf |
| Spindelaufnahme | Weldon 19 mm, Morsekonus MK2/MK3 oder Quick-In (Fein) |
| Vorschubgriff | Manueller Hebel zum kontrollierten Absenken des Bohrers |
| Kühlmittelsystem | Schwerkraft- oder Pumpenzufuhr für Schneidöl/Emulsion |
Wer braucht eine Magnetbohrmaschine?
Stahlbauer — Bolzenlöcher in I-Träger, H-Träger und Stahlplatten auf der Baustelle. Schiffbauer — kompakte Maschinen für enge Räume und Überkopfmontage. Industriemonteure — Befestigungslöcher und Gewinde direkt am Einsatzort. Schlossereien — tägliche Fertigung von Toren, Geländern, Stahlkonstruktionen. Werkstätten — Alternative zur Standbohrmaschine, wenn das Werkstück nicht bewegt werden kann.
Magnetbohrmaschine vs. Standbohrmaschine
Die Standbohrmaschine (Ständerbohrmaschine) steht fest in der Werkstatt. Sie ist günstiger und vielseitiger für verschiedene Materialien. Die Magnetbohrmaschine ist mobil, arbeitet direkt am Werkstück und bohrt in jeder Lage — aber funktioniert nur auf magnetischen Materialien. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Artikel Magnetbohrmaschine vs. Ständerbohrmaschine.
Was kostet eine Magnetbohrmaschine?
Die Preisspanne reicht von 200 Euro (chinesische Budget-Modelle) bis über 2.500 Euro (Profi-Geräte von Fein oder BDS). In der Mittelklasse zwischen 350 und 750 Euro finden Sie die besten Preis-Leistungs-Verhältnisse — hier positioniert sich STAKO mit CE-zertifizierten Geräten ab 350 Euro.
Einen vollständigen Preisvergleich finden Sie in unserem Magnetbohrmaschine Test & Vergleich 2026.